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Betriebskosten

Teil von Mitarbeiterbenefits im kleinen Betrieb: sinnvoll planen und prüfen

Gesundheitsförderung im kleinen Betrieb wirksam aufbauen ohne teure Agentur

Gesundheitsförderung im kleinen Betrieb planen: Maßnahmen, Zeitaufwand und was Krankenkassen nach § 20b SGB V unterstützen. Ohne teure Agentur.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wirksame Gesundheitsförderung beginnt bei Arbeitsabläufen und Führung, nicht beim Obstkorb.
  • Arbeitgeberleistungen für Prävention bleiben nach § 3 Nr. 34 EStG bis 600 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuerfrei.
  • Kostenlose Erstberatung bietet die regionale BGF-Koordinierungsstelle der Kassen.
Büroangestellte an einem Arbeitsplatz mit mehreren Monitoren und Whiteboard
Symbolfoto: Ein Büroarbeitsplatz mit ergonomischen Monitoren und Rückzugsbereichen kann Teil einer gesunden Arbeitsumgebung sein. Foto: rzv, CC BY-SA 3.0. Originalbild und Lizenzhinweise; Lizenztext.

Warum der Obstkorb allein nichts verändert

Ein voller Obstkorb ist nett, ändert aber keine Rückenschmerzen. Beschwerden und Ausfälle hängen oft mit Arbeitsorganisation, Zeitdruck oder Führung zusammen. Dort setzt Gesundheitsförderung an: keine Einzelaktion, sondern eine Abfolge kleiner Änderungen. Das schaffen auch Betriebe mit zehn oder zwanzig Beschäftigten.

Mit diesen fünf Schritten starten Sie ohne Agentur

  1. Belastungen sammeln: Wo klagen Beschäftigte über Rücken, Zeitdruck, Lärm oder Schichtwechsel?
  2. Einen Punkt auswählen: Nehmen Sie das häufigste Problem, nicht das aufwendigste.
  3. Maßnahme festlegen: Rückenschulung, Hebehilfe, Pausenstruktur oder Gesprächsführung sind typische Einstiege.
  4. Zeitraum setzen: Legen Sie den Messzeitpunkt fest, etwa nach drei Monaten.
  5. Ergebnis prüfen: Notieren Sie Fehlzeiten und Beschwerden, ehe Sie erweitern.

Was Krankenkassen nach § 20b SGB V bezuschussen

Krankenkassen fördern betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V. Sie erheben unter Beteiligung der Versicherten, der Verantwortlichen für den Betrieb sowie der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit die gesundheitliche Situation samt Risiken und Potenzialen. Die Leistungen stehen bedarfsbezogen allen Beschäftigten offen und werden nicht individuumsbezogen abgerechnet.

Der in § 20 Absatz 6 SGB V genannte Betrag von 3,15 Euro je Versichertem ist eine Mindestvorgabe für die Ausgaben der Krankenkasse selbst, kein Zuschuss an den Betrieb. Die Vorgabe ab 2019 wird jährlich an die Bezugsgröße angepasst. Wie die Kasse unterstützt, regelt der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes verbindlich: möglich etwa die Erhebung gesundheitlicher Belastungen, Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung.

Nichts läuft automatisch: Was den Handlungsfeldern und Kriterien des Leitfadens widerspricht, dürfen die Krankenkassen nicht fördern.

Gute Konzepte folgen dem Muster Vorbereitung, Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation unter Einbindung der Beschäftigten. § 20 SGB V will sozial bedingte sowie geschlechtsbezogene Ungleichheit von Gesundheitschancen vermindern. Kostenlose Erstberatung bietet die regionale BGF-Koordinierungsstelle der Krankenkassen.

Steuerfrei ist die Gesundheitsmaßnahme, nicht der bloße Obstkorb

Nach § 3 Nr. 34 EStG sind Arbeitgeberleistungen steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Sie müssen bei Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen und dürfen 600 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr nicht übersteigen. Die BMF-Umsetzungshilfe erläutert die Einzelheiten. Ein bloßer Obstkorb ohne Bedarfsanalyse genügt nicht.

Rechenbeispiel für Kleinstbetriebe mit acht Beschäftigten

Die folgende Überschlagsrechnung verwendet eigene Annahmen; sie ist keine Förderzusage.

  • Arbeitnehmer: acht
  • Steuerfrei sind bis 600 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr, ein persönlicher Höchstbetrag statt eines übertragbaren Betriebstopfs
  • Eigene Annahme: 600 Euro für einen halbtägigen Rückenschulungskurs des Teams
  • Eigene Arbeitszeit für Konzept und Auswertung: 12 Stunden zu regulärem Arbeitslohn
  • Aufteilung nach BMF-Vereinfachung: 600 Euro geteilt auf acht Teilnehmende ergeben 75 Euro je Arbeitnehmer

Je Arbeitnehmer bleiben die anteiligen 75 Euro deutlich unter 600 Euro. Entscheidend ist, dass der Kurs Teil eines strukturierten betrieblichen Prozesses mit Bedarfsanalyse ist. Alternativ müssen die im FAQ erläuterten Voraussetzungen für nicht zertifizierte Präventionskurse erfüllt sein. Die Aufwendungen müssen dem Grunde und der Höhe nach feststehen; eine Pauschalabrechnung ist unzulässig.

Diese Angebote passen zu kleinen Teams

Angebot Aufwand Geeignet für
Rückenschulung in der Halle Externer Kurs, halber Tag Lager, Handwerk, Pflege
Ergonomische Einzelberatung Eine Stunde pro Person Bildschirmarbeit
Pausenregel mit Bewegung Intern, einmalig Teams mit Stehberufen
Gespräch mit Vorgesetzten Intern, laufend Stress- und Konfliktthemen

Wie Sie Wirkung messen, ohne Zahlen zu erfinden

Messen Sie bei kleinen Betrieben nicht mit großen Instrumenten. Zwei Größen reichen: Fehltage und Beschwerdemeldungen. Erheben Sie beide vorher und nachher. Zeigt sich nach sechs Monaten keine Besserung, prüfen Sie die Maßnahme neu.

Häufige Fragen

Wer beantragt die Kassenleistung? In der Regel der Betrieb. Er kann sich an jede Krankenkasse wenden, bei der ein Teil der Beschäftigten versichert ist, oder an die BGF-Koordinierungsstelle des Landes.

Zählt der Rückenkurs zur Arbeitszeit? Das hängt von der Ausgestaltung ab, von der Anordnung bis zum freiwilligen Freizeitangebot. Klären Sie den Einzelfall mit Ihrer Rechtsberatung.

Müssen Präventionskurse zertifiziert sein? Für verhaltensbezogene Prävention, die eine Kasse bezuschusst, verlangt § 20 Absatz 5 SGB V ein Zertifikat der Kasse oder einer beauftragten Stelle.

Für Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V ist eine Zertifizierung grundsätzlich nicht vorgesehen. Kurse, die der Arbeitgeber allein für seine Beschäftigten durchführen lässt, kann er mangels Beteiligung der Krankenkassen nicht zertifizieren lassen.

Steuerfrei bleibt ein solcher Kurs dennoch auf zwei alternativen Wegen. Er ist Bestandteil eines nach § 20b SGB V bezuschussten Gesundheitsförderungsprozesses. Oder er erfüllt Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit des § 20 SGB V und läuft allein für die Beschäftigten, während der Anbieter dasselbe Konzept nicht auch Kassenversicherten anbietet.

Greift die Steuerfreiheit auch für Kursgebühren der Beschäftigten? Ja, wenn der Kurs die Voraussetzungen erfüllt und der Zuschuss zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt wird. Bei zertifizierten Kassenkursen bleibt er steuerfrei, höchstens bis zur eigenen Vorleistung nach Abzug des Kassenzuschusses. Zertifikat und Teilnahmebescheinigung gehören zum Lohnkonto.

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