Blacksmiths in Taiwan handcraft metal with sparks flying in an industrial workshop.
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Betriebskosten

Teil von Nachhaltigkeit im kleinen Betrieb: wirtschaftlich umsetzen

Ressourceneffizienz mit Kennzahlen und passenden Rechnern prüfen

Umweltkennzahlen im kleinen Betrieb erfassen: Strom, Wasser, Abfall und Material messen, Daten aus Rechnungen und Zählern nutzen, Kennzahlen je Bezugsgröße bilden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Starten Sie mit vier Kennzahlen: Strom (kWh pro Jahr), Wasser (m³ pro Jahr), Abfall (kg pro Jahr) und Materialeinsatz (kg oder Euro pro Jahr).
  • Datenquellen sind zuerst Zählerstände, Lieferantenrechnungen und Wiegescheine, nicht teure Messtechnik.
  • Jede Kennzahl braucht eine Bezugsgröße: Mitarbeitende, Aufträge, Produktionsmenge oder Umsatz.
  • Erheben Sie wiederkehrend mit Datum und Zählerstand.
Dach mit dunkelblauen Solarmodulen, im Vordergrund ein Geländer, im Hintergrund Siedlung und Hügel
Symbolfoto: Eine Photovoltaik-Anlage auf einem Hallendach in Wohlen, Schweiz, aufgenommen 2012. Foto: Ferrowohlen, CC BY-SA 3.0. Originalbild und Lizenzhinweise; Lizenztext.

Welche Kennzahlen zuerst erfassen?

Wer zu viele Werte sammelt, verliert Zeit und findet keine Auffälligkeit. Der Leitfaden Ressourceneffizienz des VDI ZRE empfiehlt, den Datenumfang vorab abzuschätzen und die Erhebung zeitlich zu begrenzen.

Zuerst der Stromverbrauch in kWh pro Jahr vom Hauptzähler, dann der Wasserverbrauch in Kubikmetern aus Wasserrechnung oder Zwischenzähler, drittens die Abfallmenge in Kilogramm aus Wiegescheinen und Entsorgungsrechnungen. Ergänzend lohnt der Materialeinsatz aus Lieferantenrechnungen in Kilogramm oder Euro.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts machten 2018 die Ausgaben für Material mit rund 42 Prozent den größten Kostenanteil von Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe aus. Der Anteil stieg von 36 Prozent (1993) auf etwa 41,5 Prozent (2019); die Personalkosten sanken von 27 auf 19,5 Prozent, die Energieausgaben blieben fast konstant bei 2 Prozent. Relevant sind vor allem Primärrohstoffe, Energie, Wasser und Fläche; Luft spielt wegen freier Verfügbarkeit nur eine untergeordnete Rolle.

Als Bezugsgröße dient, was den Verbrauch erklärt: in der Fertigung die produzierte Menge, im Büro Mitarbeiterzahl oder Aufträge. Der Leitfaden nennt die funktionelle Einheit als Bezugsgröße für einen lösungsneutral formulierten Nutzen. Ohne sie wirkt ein gestiegener Verbrauch bei guter Auftragslage wie Verschwendung.

Kennzahl Einheit Datenquelle Bezugsgröße
Strom kWh pro Jahr Hauptzähler, Jahresabrechnung Mitarbeitende, Aufträge, Produktionsmenge
Wasser m³ pro Jahr Wasserrechnung, Zwischenzähler Produktionsmenge oder Mitarbeitende
Abfall kg pro Jahr Wiegescheine, Entsorgerrechnung Produktionsmenge oder Aufträge
Materialeinsatz kg oder Euro pro Jahr Lieferantenrechnungen Produktionsmenge oder Aufträge
Abwasser m³ pro Jahr Abwasserrechnung, Messung Produktionsmenge

Wie Sie Daten ohne Messtechnik erheben

Der Leitfaden Ressourceneffizienz nennt typische Quellen: Verbrauchsdaten aus Rechnungen für Roh- und Betriebsstoffeinkäufe sowie Abfallbeseitigung, Abfalldaten aus Entsorgerrechnungen oder Wiegescheinen. Inputdaten ergeben sich häufig aus der Buchhaltung, produktseitige Output-Daten aus Produktionsstatistiken oder Kundenrechnungen. Diese Unterlagen liegen in vielen Betrieben bereits vor.

Der Leitfaden weist darauf hin, dass die Datenbeschaffung zeitintensiv und teuer sein kann, weshalb zu prüfen ist, ob die Daten im Unternehmen vorliegen und wen man dazu befragen kann. In einer Input-Output-Analyse stehen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Wasser und Energie den Outputs Produkt, Nebenprodukt, Abfall, Abwasser und Abwärme gegenüber, jeweils mit Menge und Kosten.

Eine tabellarische Gegenüberstellung von Input und Output macht Einsparpotenziale sichtbar.

Rechnungen enthalten oft nur Gesamtverbräuche. Für mehr Genauigkeit hilft eine monatliche Ablesung am Zähler mit Datum und Zählerstand, sonst lassen sich die Werte keinem Zeitraum zuordnen. Ergänzend liefern Mitarbeitergespräche genauere Schätzwerte, Messungen exakte Daten.

Fortschritte zeigen sich nur bei mehrfacher, zeitlich versetzter Datenerhebung. Achten Sie schon bei der ersten Erhebung darauf, dass die Datenquellen mittelfristig verfügbar und reproduzierbar sind. Fehlende Werte schätzen Sie ab und markieren die Schätzung.

Ein Beispiel: Bei 32.000 kWh Jahresverbrauch und 8 Mitarbeitenden ergeben sich 4.000 kWh je Kopf. Steigt der Wert im Folgejahr auf 4.600 kWh, liegt das Plus bei 15 Prozent. Das Beispiel ist illustrativ; die tatsächliche Höhe hängt von Branche, Gebäude und Auslastung ab.

Kennzahlen auswerten und vergleichen

Die Bezugsgröße macht aus Rohdaten erst steuerbare Werte. Der Leitfaden gliedert das Vorgehen gemäß VDI-Richtlinie 4801 in fünf Schritte: Analyse, Lösungsentwicklung, Bewertung, Umsetzung und Kontrolle. Schritte 1 bis 3 können iterativ durchlaufen werden. Zur Kontrolle nennt der Leitfaden Kennzahlen und Audit. Die Kennzahl gehört in Analyse und Kontrolle, sonst fehlt die Rückmeldung, ob eine Maßnahme gewirkt hat.

Für die Materialseite zeigen die zuvor genannten Daten des Statistischen Bundesamts: Weil Material den größten Kostenblock ausmacht, kann schon eine geringe prozentuale Einsparung deutliche Kostenreduktionen bewirken. Marktpreise für Materialien, Halbzeuge und Vorprodukte schwanken kurzfristig und steigen langfristig, weshalb Effizienzgewinne den Kostendruck abfedern.

Vor dem Betriebsvergleich ist Vorsicht angebracht: Öffentliche Durchschnittswerte mischen Branchen, Gebäudealter und Auslastung und sind nur Orientierung. Der Leitfaden betont, dass eine einheitliche Datengrundlage nötig ist, um Ergebnisse vergleichbar zu machen. Vergleichen Sie zuerst die eigene Zeitreihe über mehrere Jahre, danach externe Durchschnittswerte, und prüfen Sie regelmäßig die Datenqualität.

Der VDI ZRE bietet für Material- und Energiekosten einen Kostenrechner zum Vergleich mit Branchenwerten.

Häufige Fragen

Wie viele Kennzahlen sind für den Start sinnvoll? Drei bis vier genügen: Strom, Wasser, Abfall und Materialeinsatz. Jede weitere Kennzahl erhöht den Erfassungsaufwand und sollte an eine konkrete Entscheidung gekoppelt sein.

Reichen Lieferantenrechnungen als Datenquelle? Für Jahreswerte meistens ja. Rechnungen weisen häufig nur Gesamtverbräuche aus, daher können Zählerablesungen und Mitarbeitergespräche genauere oder exakte Werte liefern, wenn einzelne Bereiche bewertet werden sollen.

Kann ich meine Werte mit Branchendurchschnitten vergleichen? Nur mit Vorsicht. Auf eine einheitliche Erhebung achten und zuerst die eigene Zeitreihe vergleichen. Externe Durchschnittswerte sind Orientierung, kein Maßstab für einen einzelnen Betrieb.

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