
Betriebskosten
Teil von Nachhaltigkeit im kleinen Betrieb: wirtschaftlich umsetzen
Materialverbrauch und Abfall im kleinen Betrieb gezielt reduzieren
Abfallvermeidung im Betrieb: Input-Output-Analyse, ABC-Analyse und Stoffstromanalyse als Einstieg, Büropraxis und Einbindung der Mitarbeitenden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Abfall entsteht oft dort, wo Material eingekauft, aber nicht zum Produkt wird. Die Input-Output-Analyse macht diese Verluste sichtbar.
- Ressourceneffizienz heißt: bei gleichem Nutzen weniger Ressourcen einsetzen.
- Akzeptanz und Erfolg hängen davon ab, ob Mitarbeitende eingebunden werden.
Mit einer Abfallanalyse anfangen
Beginnen Sie mit dem eigenen Prozess statt mit Einkaufslisten. Die Input-Output-Analyse stellt gegenüber, was als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoff hineingeht und was als Produkt, Nebenprodukt, Abfall oder Abwärme herauskommt. Eingekaufte Masse verschwindet nicht, sie verteilt sich neu.
Für die Grobanalyse reichen oft vorhandene Unterlagen: Rechnungen für Roh- und Betriebsstoffe, Produktionsstatistiken und Wiegescheine der Entsorgung. Prüfen Sie, ob abgerechnete und anfallende Mengen übereinstimmen. Da die Datenerhebung zeitintensiv und teuer sein kann, empfiehlt der Leitfaden, mit einer ersten Schätzung und Handaufschreibung zu starten.
Eine ABC-Analyse hilft bei der Priorisierung: Sie sortieren Stoffe, Prozesse oder Produkte in sehr wichtig, wichtig und nachrangig. Die Methode ist schnell, aber subjektiv. Kombinieren Sie sie deshalb mit Mengendaten aus der Input-Output-Analyse.
Ist eine Stelle auffällig, lohnt die Stoffstromanalyse. Dabei werden Input und Output jedes Produktionsschritts erfasst und als Fließbild dargestellt. So sehen Sie, wo Ausschuss, Abfall oder Abwärme entstehen. Bestimmen Sie den Abfallanteil im Verhältnis zum eingesetzten Rohstoff.
Vermeidung vor Verwertung praktisch umsetzen
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt eine Rangfolge vor: Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung (§ 6 KrWG). Die Norm verlangt aber keine starre Reihenfolge. Nach Absatz 2 zählt der Schutz von Mensch und Umwelt über den gesamten Lebenszyklus, einschließlich Energieeinsatz und Ressourcenschonung. Eigene Schlussfolgerung: Vermeidung spart Material und Entsorgung, beim Recycling kommen Sortierung und Aufbereitung hinzu.
Sehen Sie sich auch Bereiche außerhalb der Maschine an, etwa Lagerung, Transport oder Druckluft. Der Blick auf das Ganze lohnt wirtschaftlich: Die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen trägt zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum bei. Sie dient zugleich der Ressourcenschonung und dem Klimaschutz.
Ein wichtiger Hebel liegt beim Produkt selbst: Produktbezogene Maßnahmen haben meist den größten Einfluss auf die Ressourceneffizienz, weil die Entwicklung den Ressourceneinsatz über den gesamten Produktlebensweg festlegt. Betriebe ohne eigene Produktgestaltung optimieren stattdessen ihre Prozesse, denn Spezifikationen können vorgegeben sein.
Setzen Sie zuerst an den größten Posten an, also an Mengenstellen mit auffälligen Verlustkosten. Rechenbeispiel mit frei gewählten Werten: Bei 250.000 Euro Materialkosten im Jahr und drei Prozent weniger Verbrauch sinken die Kosten um 7.500 Euro. Grundlage sind Daten für 2018: Material machte im verarbeitenden Gewerbe den größten Kostenanteil aus.
Büro: Papier und Verpackung reduzieren
Im Büro sind die Mengen kleiner, die Wege kurz. Doppelseitiger Druck, Schwarz-Weiß als Standard und digitale Ablage senken den Verbrauch schnell. Wirksamer ist eine Regel: Wer druckt, trägt die Seitenzahl in eine Liste ein.
Verpackungen aus Lieferungen lassen sich sammeln, beschriften und für denselben Lieferanten erneut nutzen. Ein Pfandsystem mit Kisten für Bauteile funktioniert auch im kleinen Rahmen, solange Rückgabe und Kontrolle geregelt sind. Zählen Sie Umläufe, bevor Sie Behälter anschaffen.
Mitarbeitende einbinden statt verordnen
Die Akzeptanz und der Erfolg von Maßnahmen hängen stark davon ab, inwieweit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden werden. Wer Material einsparen soll, muss wissen, warum. Erklären Sie vor der Datenerhebung, wofür die Daten gebraucht werden, damit sich niemand kontrolliert fühlt.
Ein kleines, abteilungsübergreifendes Team trägt so ein Projekt am besten. Oft kommen aus der Produktion konkrete Hinweise, wo Verschnitt oder Nacharbeit anfallen.
Rückhalt aus der Leitung ist entscheidend. Steht die Geschäftsführung hinter dem Vorhaben, fällt es dem Team leichter, andere zu gewinnen. Machen Sie den Stand sichtbar, etwa über eine Kennzahl an der Werkstattwand.
Der Leitfaden betont, dass Akzeptanz und Erfolg davon abhängen, wie stark Mitarbeitende eingebunden werden.
In fünf Schritten von der Analyse zur Kontrolle
Der Leitfaden Ressourceneffizienz des VDI ZRE beschreibt fünf Schritte nach der Richtlinie VDI 4801 für kleine und mittlere Unternehmen: Analyse, Lösungsentwicklung, Bewertung, Umsetzung und Kontrolle. Die Schritte eins bis drei laufen so oft durch, bis eine passende Lösung gefunden und umgesetzt ist.
| Schritt | Typische Frage | Hilfsmittel |
|---|---|---|
| Analyse | Wo entstehen Verluste? | Input-Output-Analyse, ABC-Analyse, Stoffstromanalyse, Materialflusskostenrechnung nach DIN EN ISO 14051 |
| Lösungsentwicklung | Wie lassen sie sich vermeiden? | Prozessketten, Brainstorming |
| Bewertung | Lohnt sich die Maßnahme? | Investitionsrechner, KEA-, KRA- und THG-Rechner |
| Umsetzung | Wer macht was bis wann? | Workshops, Aktionsplan mit Zuständigkeit |
| Kontrolle | Wirkt die Maßnahme? | Kennzahlen, Audit |
Für den Einstieg müssen Sie nicht alles messen. Wichtig sind Datenquellen, die Sie mittelfristig erneut auswerten können, etwa einheitliche Erfassungslisten.
Häufige Fragen
Muss ich Abfall überhaupt erfassen, wenn ich ihn ordnungsgemäß entsorge? Für die Analyse ist er eine wichtige Datenquelle: Wiegescheine und Entsorgungsrechnungen zeigen, wo Material verloren geht.
Wie fange ich an, wenn ich keine Zeit für Messungen habe? Starten Sie mit einer Grobanalyse über vorliegende Rechnungen und einer Handaufschreibung an zwei oder drei Maschinen. Legen Sie den Bilanzzeitraum vorher fest.
Was bringt Mehrweg im kleinen Betrieb? Mehrweg lohnt, wo dieselben Verpackungen regelmäßig zwischen denselben Stationen laufen. Zählen Sie Umläufe und Bruchverluste, bevor Sie Behälter anschaffen.


